Worte die wie Spiegel, Klingen.

Koennte der Nebel in meinem Herzen weinen, so wuerde der Nebel dem Regen weichen und alles was da war, wuerde weggespuelt.

Wir.

Ein Licht erhellt den Horizont,
Nichts was mich noch hält,
das gleißend helle Feuerwerk,
mir die Nacht erhellt.

Ein Riss bricht den Himmel entzwei,
keine Gedanken an das was war,
vor mir liegt die neue Welt,
und Du bist alles was zählt.

Die Zeit stand mir im Angesicht,
gefroren in der Ewigkeit,
verlor mein Gesicht im düst’ren Zwielicht,
Totgeträumt durch leeres Nichts,
vergaß ich mich.

Licht bricht aus mir heraus,
umfließt mein ganzes sein,
ein Schein der alles erhellt,
die alte Fasse, langsam zerfällt.

Vor mir fließt die Zeit davon,
folge ihr auf Schritt und tritt,
führt mich weg von hier,
geradewegs zu dir.

Die Zeit steht mir im Angesicht,
eingebrannt in Ewigkeit,
fand mein Gesicht im Glanz des Eises,
Neu geträumt im hellen Gleißen,
deines Wesens.

In deinen Armen die ganze Welt zerbricht,
alles um uns herum verschwimmt,
deine Berührung lähmt den Schmerz,
deine Nähe heilt mein Herz.

Dein Antlitz zerfällt zu Tau,
im Morgenrot meiner Sonne,
verbunden durch die Zeit,
gebunden in die Ewigkeit.

So zergehen wir im letzten Tanz,
ein letzter Funke schmilzt den letzten Frost,
ehe meine Glut verlischt,
und unsere Welt im Nebel versinkt.

Stumm

Wo bin ich hier, was?
Es ist zu viel gesagt, Nichts,
hast Du gesagt.
Kein weiteres Wort gewagt.
Deine Lippen blieben stumm,
stumm wie deine Augen,
starren ins Nichts.
Stumm.

Der Glanz verblasst,
blass wie deine Haut.
Ohne Gefühl, kein Wort,
fand für mein Gefühl kein Wort,
an diesem Ort.
Hier liegst Du nun,
liegst vor mir.
Nichts dringt,
kein Laut, aus deinem Mund.
Stumm.

Verhängnisvoll,
hängt der Tag.
Wie ein schwerer Mantel,
schwer wie Blei,
auf meinen Lidern.
Nichts sehen meinen Augen,
mehr denn je,
meine Augen sehen nichts.
Blind schau’ ich,
schau’ auf Dich herab.
Stumm.

Hier liegst Du nun,
wunderschön, wie Du da liegst,
stumm und ohne Wort,
an diesem kalten Ort.
Ich wache über Dich,
stumme Wacht halte ich.
Meine Arme dienen dir,
deinem Schutz,
wie ein Mantel,
der vor Kälte schützt.
Stumm.

Vom Winde verweht.

Die Seele, wie ein Grashalm, im Winde sich wiegt,
ewiglich des Träumers Herzschlag bebt,
wie ein Grashalm im Winde verweht,
die Seele durch des Lebens Irrgarten weht.

Der Herzschlag – wie ein Erdstoß – durch des Träumers Brust bebt,
der Seele hinterher, im Winde, durch die Wege geht,
auf der Suche nach dem letzten Grashalm,
dem letzten Halt, bevor der Wind ihn weg geweht.

Taumelt, rennt und stoppt, im Irrgarten des Lebens,
des Träumers Seele steht, der Herzschlag zu ihm geweht,
wiegt sich im Gras, der letzte Halm, der Halt ihm gibt,
vereint am Horizont, die Seele und der Träumer.

Der Herzschlag bebt, in seiner Brust, vergebens,
der letzte Halm fortgeweht, durch den Irrgarten des Lebens.
Der Weg zu weit, der Wind zu stark,
vereint und doch getrennt, schließe ich den Sarg.

Nichts.

Zuletzt dachte ich noch, dass dieses Mal alles anders wird. Doch verlor ich mich in Traumgespinsten, während ich in Gefilde abdriftete, die ich niemals hätte betreten dürfen.

Dunkle Ranken umwucherten jede Windung, jeden Spalt, jeden Atemzug.
Sanft schimmerte der Nebel, der tief über dem Boden zu stehen schien. Er bewegte sich nicht, selbst dann nicht, als ich meine Hand durch das kalte, starre Gebilde strich.
Licht brach sich an den schwarz schimmernden Wänden, hauchte diesem Ort eine unwirkliche Atmosphäre ein, die mich erschaudern ließ.
Der Boden war weich, es war, als würde man über Moos wandeln, doch, es war kein Moos. Es schien so, als ob der Boden atmete. Er pulsierte und ein leises Raunen wehte durch den Raum, bei jedem Pulsschlag.
Es fröstelte mich, obwohl es warm war. Viel zu warm für meinen Geschmack.
Oder war es kalt?
Ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper, der Schweiß stand mir auf der Stirn.

Ich wandte den Blick vom Boden ab, strich mir durch das Haar und seufzte. Ein Echo erhalte von allen nur erdenklichen Richtungen wider, bis es sich im Nebel verlor.
Das Raunen verstummte.
Das Pulsieren erstarb.
Erstaunt schaute ich mich um. Es war kalt an diesem Ort. Bitter kalt. Die Angst, trieb mir den Schweiß auf die Stirn. Die nackte Angst, die mir nun gegenüber stand. Hier, an diesem Ort, der eigentlich gar kein Ort, sondern ein Platz war.

Während ich bedacht einen Fuß vor den Anderen setzte und langsam durch den, noch immer, starren Nebel schritt, erblickten meine Augen Grabsteine. Oder waren es Wegweiser? Aus weißem Kalk gemeißelt steckten sie unwillkürlich in dem toten Boden.
Schief.
Einsam.
Ohne Namen.
Behutsam ging ich auf einen dieser Gebilde zu.
Nun.. Es war fremdartig, es schien eine Art Wärme auszustrahlen, es fühlte sich fast wie Liebe an. Doch anders. 
Ich hockte mich vor den weißen Stein und berührte ihn vorsichtig. Er war heiß, voller Leidenschaft. Ein kurzes Flackern schien von ihm auszugehen, in jenem Moment, als ich meine Hand darauf niederließ. Es schien meine Berührung willkommen zu heißen. Ich fragte mich, ob es denken konnte.

Wirre Bilder prasselten auf mich ein.
Ein Sturm der Emotionen rang mich nieder.
Ich musste mich auf dem Boden abstützen, damit ich nicht umgestoßen wurde. Meine Kraft schwand. Es war, als sog ihn der Stein auf. Oder war es der Boden?
Ein Raunen zog durch den Raum, begleitet von Wind. Kaltem, nach tot riechendem Wind. Der Nebel bewegte sich.
Der Nebel.
Gierig umschloss er mich mit seinen kalten Gliedern.
An diesem Ort, der eigentlich gar kein Ort war, schien alles zu leben und gleichzeitig tot zu sein. Er erinnerte mich an mich. So ließ ich es geschehen.
Schweigend schloss ich die Augen und ließ den Nebel mein Selbst umfließen. Bis er mich endlich eingehüllte hatte, vergingen einige Minuten. Oder waren es Stunden? Ich konnte es nicht mit Gewissheit sagen. Zeit existiert hier verzerrt. Es könnte auch Wochen gewesen sein. Oder nur ein Augenblick.
Jener Augenblick, der mir alles nahm, und alles gab.
Die Kälte verflüssigte sich in meinen Lungen, meinen Adern, meinen Gliedern und in meinem Herzen.
In meinem Kopf.
Wusch alles raus.
All den Dreck.
Eine Reinigung.
Dies musste ein heiliger Ort sein, ich fühlte mich Ewig, während all dies Geschah.
Ewiges Nichts.

Angst, Wut, Trauer, Freude, Gier, Hoffnung, Glück, Lust, Liebe, Licht.
Leben durchfloss mich.
Ich atmete Nebel ein und atmete Nebel aus. Doch zurück in mir blieb Nichts von allem, was dort war. Die Leere ist gefüllt.
Ich öffnete die Augen. Tränen rannen als bald meine Wangen herunter und gefroren auf halbem Wege zu klitzekleinen Eiskristallen.
Ich konnte mich sehen, als ob ich direkt vor mir saß, in einen Spiegel blickend. 
So beobachtete ich mich.
Die gefrorenen Tränen brachen von den Wangen und fielen zu Boden. Sie zersplitterten.
Ich sah meine Vergangenheit in jedem der Fragmente. Ein kurzer Moment verging, dann gingen sie in Flammen auf. Vielleicht dauerte es auch länger. Die Zeit hat ihre eigenen Gesetze an diesem Platz.
Ich erhob meine Hand.
Mein Gegenüber weinte unbeeindruckt weiter seine Erinnerungen aus.
Doch kein Spiegelbild. 
Ich versuchte nach meinem Selbst zu greifen, doch ich war zu weit weg. Dabei saß ich mir direkt gegenüber. Oder stand ich?
Hatte ich überhaupt einen Körper?
Vielleicht war ich gestorben. Hier an diesem Platz.
Die Kalksteine waren verschwunden, bis auf jenen, den ich berührte. Er war nicht mehr weiß. Gelb. Und er strahlte. Als ob er meine Seele absorbiert hätte. Das Licht, so rein.
Etwas hatte sich noch verändert.
Die Ranken waren fort.
Der Boden und der Nebel pulsierten und atmeten im Rhythmus.
Ein Kreislauf.
Ein System.
Ein Leben.
Erneuerung.

Mein Blick wurde trüber. Die Umgebung verschwommen. Etwas schien meine Augen mit einem Schleier zu bedecken. Oder war ich es?
Es wurde kälter. Die Luft gefror.
Stillstand herrschte von nun an. In jenem Augenblick gefroren Momente. Gedanken verfestigten sich. Die Sicht verstarb und ich konnte keinen meiner Glieder mehr rühren.
Besaß ich in dieser Form überhaupt welche?
Die Stase hatte mich im Griff. Wie einst der Nebel. Der Druck wurde stärker mit der Zeit. Die Kälte unerträglich, es fühlte sich an, als ob ich in Flammen stünde. Ich hörte ein leises knirschen. Es zog sich durch das ganze Gefilde um mich herum.
Risse wurden geboren.
Wurden größer.
Zu Spalten.
Splitter brachen aus mir.
Aus den Wänden.
Dem Boden.
Alles Zerbrach.

Ich war frei. 
Um mich herum, Nichts.
Leere.
Ein Raum voller Leere.
Ich blickte an mir herab. Der gewohnte Körper. Das alte Gefühl. Alles beim Alten. So wie immer. Bis auf eine Sache. Das Innerste nach Außen gekehrt. Es war, als wäre ich in mir gefangen. Doch war ich frei.
Hier.
An diesem Platz.
Der ich selbst bin.
Gefangen und verloren.
Belanglos.
Ich schaute mich um. Ein stecknadelgroßer Punkt war über mir. Begab mich auf dem Weg dorthin. Schritt um Schritt ging ich durch die Leere auf den, immer größer werdenden, Punkt zu. Er entwickelte sich langsam, aber stetig, zu einem Spalt. Ich kam an. Die Kälte blieb, mit ihr die Leere.
Ich blickte durch den Spalt und erblickte eine Wiese. Rinde umzog den Spalt. Sie war knorrig, aschgrau und fahl. Sachte legte ich meine Hand auf die Rinde. Sie war kalt. Wie alles andere auch. Der Riss in der Leere war gerade so groß, dass ich mich durchzwängen konnte. Also tat ich dies.

Ich stand vor einem alten, großen Baum. Er trug kein Laub. Es schien, als war er schon lange tot. Doch etwas hielt ihn trotz alle dem am Leben. Er überdauerte die Zeit, den Tod, das Leben.
Um den Baum ergoss sich eine endlose Graslandschaft. Das Gras war ausgeblichen. Der Himmel grau. Keine Wolken waren dort zu sehen. Oder bestand der Himmel aus einer einzigen Wolke?
Ich ging um den Baum herum.
Langsam.
Bedächtig.
Fuß um Fuß.
Er war wahrlich gigantisch.
Seine Rinde war von einer dünnen Staubschicht umzogen. Trotz all der Risse wirkte sie dennoch ganz. Makellos. Als sei sie schon immer so alt und knorrig gewesen. Als gehörte es sich so. Nachdenklich blickte ich an mir herab.
Als gehörte es sich so.
Ich schluckte schwer. Das Atmen fühlte sich plötzlich unmöglich an. Etwas schnürte mir die Brust zu. Ob das die Leere war, die zurück gekommen ist? Aus dem Riss heraus. Mit dem Letztem Atemzug.
War sie überhaupt weg?
Vielleicht.

Ich schloss die Augen. Fühlte Wärme auf meiner nackten Haut. Von innen. Von außen. Weicher Stoff umspielte jedes kleine Haar auf meinem Körper. Schweiß verklebte mir die Beine.
Ich öffnete die Augen. Dunkelheit umgab mich. Es roch gewohnt. Nach meinem Zimmer.
Nur ein Traum.
Ich strich mir über die Arme. Dachte kurz nach. Über nichts bedeutsames. Und spürte die Leere. Der Knoten in meiner Brust.
Das schwarze Nichts.
Der Nebel in meinem Herz.
Die Kälte in meiner Seele.
Die Güte in jeder Faser.
Den Schmerz in jeder Kerbe.
Einsamkeit überkam mich und Tränen rinnen mir über die Wangen. Doch sie gefroren nicht. Sie brannten feuchte Linien in mein Gesicht. Und mit jeder Träne ging eine Erinnerung in Flammen auf. Verzehrte mich in ihrem Feuer.
Als gehörte es sich so.
Ich legte meine Arme neben meinen nassen Körper, den Blick nach oben. Ein leises Raunen floss durch mich hindurch. Ich schloss die Augen. Ließ die Leere gewähren.
Nährte die Einsamkeit.
Umspielte das Nichts mit meinen Gedanken.
Beschrieb den letzten Stein mit meinem Namen.
Und ertrank in meinem Ich.
Endlos.

Namenlos

*

Ich betrete diesen Raum erneut, viele Geschichten trug ich hier zu Grabe.
Eine neue Seite wird geschrieben, im nächsten Moment, beerdigt.
Das Atmen fällt schwer in diesem Raum, es bleibt keine Zeit zu verschwenden.
In den nächsten Minuten wird alles zunichte gemacht, wieder.
Immer wieder.

Ich schaue an mir herab. Keine Lider, die den Blick verbergen.
Nur die blanken Hände, die Geschichten beenden. Sanft.
Stetig gehe ich voran, schreibe neue Seiten in das Leben.
Der Druck steigt, das Atmen fällt schwerer.
Immer schwerer.

Keine Worte mehr, es bleibt stumm in diesem Raum.
Meine Lippen bewegen sich, doch es kommt kein Laut heraus.
Die Schritte verhallen, werden Leiser. Ich trage die Bürde.
Das Grab ist frisch, die Erde feucht und die Seiten werden mehr.
Immer mehr.

Nur mehr Schatten tanzen im fahlen Licht, kein Gesicht.
Unwirklich scheint das Leben sich zu verformen, Dystopie.
Ich erkenne mich nicht wieder, selbst der Spiegel zeigt nur verlorene Lieder.
Splitter ragen empor, fallen nieder, zerspringen.
Immer wieder.

*

Tiefe Hoehen

*

Himmelwärts im Traum gefangen, ging ich diesen Weg entlang,
konnte ich nicht Ahnen, trotz der Warnungen am Wegesrand,
welche Abgründe sich vor mir erheben, Berge sich in tiefe Täler stürzen,
Gedanken in den Himmeln gefangen und verfolgt vom alten Drang.

Die Zukunft vergessen, die Vergangenheit meistern,
zu scheitern, wie damals in wenigen Metern auf’s Neue,
nicht die Warnungen beachtet, die mich vorbereiteten, auf den Abgrund,
der über mir aufgestoßen wurde, von lebendigen Geistern.

 

Folge mir hinab, in die tiefsten Höhen,
lass mich in mein Grab, in den Wolkenhöhlen,
Folge mir nicht hinauf, in die höchsten Schluchten,
lass mich nicht alleine, unter all den Verfluchten.

 

In Ketten tanze ich den Weg entlang, keine Netze in Gedanken,
Stock und Stein trete ich beiseite, stolper’ über jeden Seufzer,
jeden Windstoß der Götter, die zornig meinen Weg betrachten
dabei um meines Schmerzes schmachten und meine Beine fest umranken.

Die Dornen treiben Nadeln in mein kaltes Fleisch,
die Blüten trüben mir die Sicht, vergiften jeden Ton von mir,
den ich nie auszustoßen wage, aus Angst ich könnte ihn hören,
ihn glauben, ihn sehen und verweben in ein neues Reich.

 

Folge mir hinab, in die tiefsten Höhen,
lass mich in mein Grab, in den Wolkenhöhlen,
Folge mir nicht hinauf, in die höchsten Schluchten,
lass mich nicht alleine, unter all den Verfluchten.

 

Schlösser in Wolken, in den tiefsten Wassern, In Gedanken,
in neue Träume gewebt, nun doch gehört und aufgestaut.
Die Dornen verbrannt, die Sicht geklärt, den Weg gegangen.
Und die gierigen Götter mit ihren eigenen Zungen gefangen.

Der Himmel klar auf, ich sehe es in den Pfützen,
die von oben herunter tropfen, auf den Pfad,
den ich zu gehen ersuchte und doch nicht ging,
nur um mein neues Leben vor den alten Träumen zu schützen.

 

Folge mir hinab, in die tiefsten Höhen,
lass mich in mein Grab, in den Wolkenhöhlen,
Folge mir nicht hinauf, in die höchsten Schluchten,
lass mich nicht alleine, unter all den Verfluchten.

*

New Track with german Lyrics. Text & Vocals by me. Createt with audacity & Fruity Loops Studio 10.

Lyrics

Nur ein Gedanke.

*

Realistisch betrachtet, ist alles was übrig bleibt vom Sein, eine Farce, die versucht das Leben zu imitieren und die Mimikry des Einzelnen zum Gefallen des Gegenüber dient einzig und alleine dem Zweck der Selbstbestätigung, die diese Farce überhaupt erst ermöglicht.
Anders ausgedrückt: Sei Du selbst & wenn Du ein Problem damit hast, dann tut es mir leid für Dich. Ich bin es. Gegen Alle.
Hat allerdings deine Wahrnehmung die Rezeptoren deines Seins die Ausstrahlung meiner Gegenwart so aufgefasst, als sei ich die Farce deines Seins, in dem Du denkst, ich würde Dich nachahmen, so sei dir bewusst: Ich scheiß auf Dich!

*

Zuhause

*

Willkommen, Leere.
Fühl Dich wie zu Hause.
Lehn Dich zurück,
der Druck wird dich halten.
Haltgeben.

Der Duft nach verbrannten Träumen,
durchdringt jeden Faser,
Jede Zelle und jeden Gedanken,
hält der Anspannung stand.
Standhalten.

Der Geschmack von Eisen,
breitet sich auf deiner Zunge
aus und färbt den Rachen schwarz,
gibt die Hoffnung auf.
Aufgeben.

Zeitlos zieht alles vorbei,
die Realität verliert sich in Dir,
Liebe, Leere.
Der Druck steht still in meiner Brust.
Stillstand.

Unwirklich schau ich mich im Spiegel an,
erkenne mich nicht wieder.
Leere Augen, ohne Glanz.
Die Anspannung droht zu zerbersten.
Und dann war es vorbei.

*

Wohin?

*

Kein Ziel vor Augen,
Existenz verfehlt.
Über allen Dingen,
nur Verzweiflung sich erhebt.
Wohin geht der Weg,
was birgt die Lichtung?
Was nutzt all das Kämpfen,
wenn doch alles den Bach runter geht?
Die Hoffnung,
Sie bricht mir das Herz.
Unter all den Trugbildern,
gesponnener Gedanken, nur Schmerz.
Was denkst Du,
hält die Zukunft für uns bereit?
Nehme ich meine Erfahrung,
bleibt alles nur Vergangenheit.
Sieh in meine Augen,
sag mir was Du siehst!
Fühlst Du all den Kummer, all die Sorgen,
wie sich meine Seele verschließt?
Ich kann Dir nicht sagen,
wie es weitergehen wird.
Es ist alles so ungewiss,
verschwommen und verirrt.
So wandel ich auf dieser Welt.
Weiß nicht wer ich bin,
weiß nicht, wo ich hingehöre.
Und so wandel ich, ohne Sinn.
Ich mach uns nichts mehr vor,
es hat doch alles keinen Zweck.
Ich lass‘ alles fallen,
und verblute hier im Dreck.

*

Zwischenmensch

*

Zwischen mir brechen Wellen,
Gefühlen gleich, ungestüm, ein Ungetüm!
Gedanken schäumen, gieren nach mehr,
zwischen uns entbricht die Zeit, leer.

Worte dringen nicht nach außen,
Emotionen in Ruinen, einsam, gemeinsam!
Die Wolken blähen sich, rufen, schreien,
dem Donner gleich zerfällt die Maske, Trümmer.

Spiegel zeigen nicht Dich, nicht mich,
kaltes Fleisch riecht verfault, tot!
Der Augen Glanz schon lang verblasst,
dem Nebel gewichen,  kalt, verschwommen.

Verworrene Symbole, Runen, Stigmata,
zerfallene Träume, abgestempelt, ein Brandmal!
Zieht die Zeit uns davon, zwischen uns,
die Ewigkeit, verdorrt in Einsamkeit.

*

Traumtanz

*

Auf der alten Erde, Ewigkeit, traumgetanzt!
Vergänglichkeit, der Splitter sich im Lichte bricht!
Zunichte, all die alten Lebensgeister, verloschen!
Geschichte, neu geschrieben mit altem Blut!
Verhallten, die Worte in des Herzen‘ Leere?
Schmerzen, süße Wohltaten der neuen Äonen!
Denn!
Wir tanzten Barfuß über die Scherben verbrannter Splitter,
Reste,
 Fragmente unserer alten Träume!
Versäume, die Zukunft!
Um die neuen zu zelebrieren.
Aus, vorbei. Schrei den Hass hinaus!
Lass, Lass los und zieh davon!
Nie! Nein, nie wirst Du die Splitter sehen.
Zwitter, in Gedanken Widerspruch, Zweigeschlecht!
Traumbruch, neue Scherben der Fragmente, glühend!
Segmente der alten Zeit, Träume,
der Vergangenheit.

*

Spring endlich!

*

Kein Vor, kein Zurück.
Es gibt nur den Zerfall,
Stück für Stück.
Reißt Dich hinaus,
in das Leben, ohne Gnade,
kein letzter Applaus.
Es bleibt nur kalter Stahl,
nackte Haut, blanke Angst,
unter feuriger Qual.
Nimmst Du Dir die Hoffnung,
ohne Worte, leere Hülle,
wagst Du den letzten Sprung.

*

Niemals!

*

Niemals wieder aufgehört,
angefangen mit dem Wort zu brechen,
Spiegelscherben in den Augenhöhlen,
mit dem Leben.

Niemals wieder aufgehört,
angefangen Gedanken zu brechen,
Nebel in den Herzen,
mit dem Leben.

Niemals wieder aufgehört,
angefangen Atem zu brechen,
Klingen in den Lungen,
mit dem Leben.

Niemals wieder aufgehört,
angefangen Gram zu brechen,
Sand in den Adern,
mit dem Leben.

Niemals wieder aufgehört,
angefangen Hass zu brechen,
Feuer auf der Zunge,
mit dem Leben.

Niemals wieder aufgehört,
mit dem Leben.

*

Gedanken eines Traums

*

A: „Manchmal muss man einfach aufhören zu denken und auf das hören,  was einem sein Herz sagt!“

B: „Wie kann ich auf mein Herz hören, wenn es aufgehört hat mit mir zu sprechen?“

A: „Dein Herz wird niemals verstummen. Selbst nach dem Tod nicht, Du musst nur genau hinhören. Dein Kopf mag lauter sein als dein Herz, aber es spricht zu Dir.“

B: „Mein Kopf ist leer.“

A: „Der Kopf ist niemals leer, ebenso wenig dein Herz. Vertrau mir!“

*